Physiotherapie2018-09-17T19:47:32+00:00

Physiotherapie

Was ist Physiotherapie?

Physiotherapie bildet den Oberbegriff für die Krankengymnastik und die physikalischen Therapie.

In der Physiotherapie geht es seit nahezu 100 Jahren um Behandlung von Menschen mit verschiedensten Erkrankungen und Verletzungen.

Physiotherapie: physio = natürlich // therapie = Krankheitsbehandlung

Die Therapie ist ein natürliches Heilverfahren mit einem ganzheitlichen Ansatz. Körpereigene Heilungsprinzipien und Anpassungsmechanismen werden genutzt und stellt somit eine Alternative und/oder sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen und operativen Krankheitsbehandlung dar.

Erkrankungen können durch aktive oder passive Bewegung geheilt oder ihnen kann vorgebeugt werden.

  • passive, durch äußere Kräfte (zum Beispiel Führung der Bewegung durch den Therapeuten) genutzt werden
  • aktive, selbständig ausgeführte Bewegung des Menschen zur Gesunderhaltung bzw. zur Wiederherstellung und Rehabilitation von Funktionsstörungen des Bewegungssystems

Dabei befasst sich die Physiotherapie im Bereich Haltung, Bewegung, innere Organe und Nervensystem mit der Behandlung von:

  • Erkrankungen
  • Fehlentwicklungen
  • Verletzungsfolgen
  • Funktionsstörungen

Und hilft dabei unter zur Hilfenahme verschiedener Verfahren, unter anderem

  • gesunde (physiologische) Bewegungsabläufe wiederherzustellen,
  • Schmerzen zu lindern,
  • geschwächte oder verspannte Muskelgruppen zu kurieren und
  • die motorische Entwicklung bei Kindern zu fördern.

Physiotherapeutische Maßnahmen können auch verhindern, dass der Körper (wieder) krank wird. So klagen etwa 22 Millionen Menschen in Deutschland über wiederkehrende Rückenschmerzen.

Für diese Menschen können Übungen aus der Rückenschule Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfällen vorbeugen, um so aktiv etwas für einen gesunden Rücken “Rückenschulen” (präventive Schulungsprogramme der Physiotherapie) zu bewirken.

Außerdem verbessern spezielle Übungen aus der Krankengymnastik motorische Fähigkeiten wie Kraft und Ausdauer. Dadurch stärken sie das Herz-Kreislauf-System und schützen den Körper vor Krankheiten wie etwa Osteoporose, Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und Herzinfarkt. Der größte Teil der Verordnungen physiotherapeutischen Maßnahmen bezieht sich auf Erkrankungen der Wirbelsäule und Gelenke.

Bei chronischen Erkrankungen kann sogar eine lebensbegleitende Therapie erforderlich werden. Gerade auf diesem Gebiet beinhaltet Physiotherapie auch die Alltagsbewältigung unter Einbeziehung der Angehörigen des Patienten. Ebenso bietet sie Schulung im Gebrauch von Hilfsmitteln. Übergreifendes Ziel ist die Vermittlung von Hilfe zur Selbsthilfe. Der Zugang zum Menschen erfolgt in der Physiotherapie vorwiegend über die persönliche Kommunikation mit dem Therapeuten in Einzel- oder auch in Gruppentherapie. Das emotionale Erleben einer Erkrankung und das Bewegungsverhalten des Patienten wird durch pädagogische und psychologische Ansätze in der Therapie beeinflusst. Freundlichkeit und positive Grundeinstellung des Therapeuten werden in der Physiotherapie als Beitrag zur Verbesserung des Behandlungseffektes gesehen.

Die dreijährige Ausbildung zum Physiotherapeuten ist gesetzlich geregelt und die Berufsbezeichnung geschützt.

Die Therapie ist geeignet für Menschen jeden Alters.

Physiotherapeutische Befundung

Am Beginn jeder Physiotherapeutischen Behandlung steht eine ausführliche physiotherapeutische Befunderhebung durch den Behandler.

Alle Strukturen, die mit einem Problem zusammenhängen können werden genau getestet und befundet. Dies bildet die Grundlage für die Erstellung eines genauen Therapieplans.

Kernziele eines Therapieplanes können beispielsweise sein:

  • Schmerzlinderung
  • Stoffwechsel- und Durchblutungsteigerung
  • Beweglichkeit erhalten und verbessern
  • Koordination erhalten und verbessern
  • Kraft erhalten und verbessern
  • Ausdauer erhalten und verbessern

Mit regelmäßigen Wiederbefunden vor und nach jeder Therapieeinheit lässt sich die Therapie entsprechend individuell anpassen und abändern.

Anwendungsformen

Verschiedene Anwendungsformen der Physikalischen Therapie sind:

  • Behandlung mit mechanischen Reizen (Massage)
  • Behandlung mit thermischen Reizen (Wärme und Kälte)
  • Behandlung mit Wasser (Hydrotherapie)
  • Behandlung mit Strom (Elektrotherapie)

Physiotherapeutische Behandlung erfolgt auf ärztliche Verordnung

z.B. Allgemeine Krankengymnastik (KG), Neurophysiologische Krankengymnastik (KGN), Krankengymnastik am Gerät (KGG), Manuelle Therapie (MT) u.v.a.m.

Die Verordnung erfolgt auf der Basis des Heilmittelkataloges, der das Regelwerk für eine notwendige, ausreichende und wirtschaftliche Versorgung mit Heilmitteln darstellt.

Die Ziele der Physiotherapie (Krankengymnastik)

Verbesserung oder Wiederherzustellung gestörte Beweglichkeit und Funktion

Jeder Patienten egal welchen Lebensalters sollte durch die Therapie Fähigkeiten erlangen, die er in seiner persönlichen Lebenssituation für die Bewältigung von Alltag, Beruf und Freizeit benötigt

Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Gesamtorganismus, zur Erhaltung und Wiederherstellung der Belastbarkeit

Hat die Physiotherapie auch Risiken?

Therapie hat sofern sie wirkt, immer ein mehr oder weniger großes Risiko von Nebenwirkungen. Wenn man den Kontraindikationen ( krankheitsabhängigen Gegenanzeigen ) die nötige Beachtung schänkt und Vorsichtsmaßnahmen einhält sind bei fachgerechter Anwendung die Risiken in der Physiotherapie als überaus gering einzuschätzen.